Dana – Die Praxis von Gebefreudigkeit

Zu Zeiten des Buddha galt seine Lehre (auf Pali „Dhamma“) über Meditation, innere Weisheitsentfaltung und das ethische Leben als unbezahlbar. Deshalb wurde sie freigiebig weitergegeben als eine Form der Übung des „Dana“ (Pali-Begriff für Großzügigkeit, Gebefreudigkeit). Die LehrerInnen, die uneigennützig und offen ihre Zeit und ihr Wissen zur Verfügung stellten, erhielten keine Bezahlung für ihre spirituellen Belehrungen. Im Gegenzug sorgte die Laiengemeinde durch freiwillige Großzügigkeit dafür, dass für die Grundbedürfnisse der Lehrenden (damals Mönche und Nonnen) wie Kleidung, Nahrung, Unterkunft und medizinische Versorgung gesorgt war. In den buddhistisch geprägten asiatischen Ländern ist diese Tradition durch die Laiengemeinde bis heute am Leben erhalten geblieben.

Viele Buddhistische Lehrer und Lehrerinnen im Westen haben sich dem Dana-Prinzip angeschlossen, obwohl es hier bei uns unüblich ist.
Auch ich möchte die Meditationsgruppe für Frauen auf der Basis dieser buddhistischen Tradition anbieten.

Gebefreudigkeit ist ein freiwilliges Geben und wird als ein heilsamer Geisteszustand gesehen. „Großzügiges Teilen, Helfen, Geben stärkt unsere Herzensqualitäten der Liebe, des Mitgefühls und wirkt Habgier, Festhalten und Angst entgegen.“ (Renate Seifarth, Buddhistische Meditationslehrerin)
Wir können diese Qualitäten in unserem Leben entfalten, in dem wir zum Beispiel Zeit, Energie, Anerkennung, Aufmerksamkeit, ein offenes Ohr, Trost, Fachwissen und Fähigkeiten, Geld und andere materielle Werte dem Wohle anderer Menschen, Tiere oder auch der Umwelt zu Gute kommen lassen.

Mir ist es ein großes Anliegen, diese Herzensqualität zu leben und einen Rahmen zu bieten, in dem wir uns mit dem Prinzip von Dana als einem Ausdruck spiritueller Übung beschäftigen können.
Das kann eine Herausforderung sein. Denn in unserer Kultur ist es üblich, für eine bestimmte Leistung einen festen Preis zu zahlen zum Beispiel für Lebensmittel, Kleidung, Seminare, Kinobesuche und Vorträge.

Die Übung des „Dana“ lädt dazu ein, das eigene Verhältnis zur Gebefreudigkeit im alltäglichen Leben immer wieder zu hinterfragen und überprüfen.
Die folgenden Fragen können Ihnen dabei eine Orientierung geben:

  • Welche Gedanken und Gefühle entstehen in Ihnen, wenn es keine Angaben zu den Kosten gibt und Sie eingeladen sind, in sich zu gehen, um zu schauen, ob Sie etwas geben möchten und wenn Ja, was bzw. wie viel?
  • Wenn Sie eigenverantwortlich handeln, was geht dann in Ihnen vor?
  • Wovon machen Sie es abhängig, ob und wie viel Sie geben möchten?
  • Was empfinden Sie dabei, wenn Sie den Wert selbst festlegen?
  • Sind Sie dankbar oder erleichtert, nicht schon wieder etwas bezahlen zu müssen?
  • Entsteht ein Gefühl der Verpflichtung, etwas zurück geben zu müssen?
  • Wollen Sie aus freiem Herzen etwas teilen?
  • Möchten Sie etwas aus Gewohnheit geben?
  • Besteht Ihre Motivation aus Dankbarkeit, Mitgefühl, dem Wunsch zu unterstützen oder Solidarität?

Mit diesen Fragen haben Sie die Möglichkeit, immer wieder inne zu halten und Ihre Beweggründe zu hinterfragen. Nach einiger Zeit kann es sich lohnen zu schauen, ob sich Ihr Verhältnis zu „Dana“ in irgend einer Weise verändert hat. Sie können überprüfen, ob durch Großzügigkeit in Ihnen Freude und andere angenehme Gefühle entstehen. Und es kann interessant sein zu schauen, ob sich mit der Zeit Ihr Bedürfnis, etwas zu geben, zu schenken und zu teilen verändert und wenn Ja, wie.
All das, was Sie dabei heraus finden, können Sie mit Achtsamkeit wahrnehmen – freundlich, annehmend, wohlwollend und ohne es zu bewerten.

Mit dem Dana, das ich erhalte, decke ich die Kosten für Raummiete, Anzeigen (um auf die Meditationsgruppe aufmerksam zu machen) sowie Anschaffungen (Kissen, Decken usw.).
Wenn dann noch etwas da ist, verwende ich das Dana, um auf Meditationsseminare (Retreats) zu fahren, um meine eigene spirituelle Praxis zu vertiefen. Meine daraus gewonnenen Erfahrungen und mein Wissen über die buddhistische Philosophie und Meditation fließen dann wieder in die Gruppe ein.

Zu diesem Dana-Experiment lade ich Sie herzlich ein.
An den Meditationsabenden steht eine kleine Dose bereit, in die Sie Ihr Dana geben können.

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